Mein liebster FeindHier wird die Freundschaft zweier wahnsinniger Giganten des Kinofilms portraitiert - in der persönlich-subjektiven Manier Herzogs, dessen pastorale Stimme uns aus dem Off immer so schön das Kino erklärt.

„Geisteskrankheit ist immer nur das, was eine Gesellschaft dazu erklärt“, schreibt der Kritiker Thomas Willmann über dieses Meisterwerk. „Und Kinski und Herzog hatten unabhängig voneinander Wege gefunden, Persönlichkeiten produktiv zur Entfaltung zu bringen, die unter anderen Umständen mit großer Wahrscheinlichkeit als therapiebedürftig angesehen worden wären.“ Recht hat er, würde unser Agenturmentor Friedrich Nietzsche wohl dazu sagen. Der Film besticht durch seine Intensität. Denn die Besessenheit, Abhängigkeit und gleichzeitige Faszination und Verachtung des einen für den jeweils anderen nimmt uns mit in einen unglaublichen, intensiven Wirbel eines Machtspiels um Kreativität, Geltungsdrang und Identitätsmythen. Dabei dokumentiert Herzog seinen liebsten Feind immer wieder mit großer Zärtlichkeit und zuweilen sogar Respekt - nur um sich dabei aus Versehen selbst zu entblößen - und sich damit letztlich ungewollt selbst zu porträtieren. Wir zeigen den Film im September - Einladungen werden hierzu rechtzeitig verschickt.

Donnerstag 29.9.2011
19:00 Uhr Grillen
20:30 Uhr Filmstart